Zwischen Hörsaal und Projektleitung
Jette Berend im Austausch mit der Leuphana Universität Lüneburg
10.03.2026
Wie geht es nach dem Studium weiter? Welche Fähigkeiten brauche ich wirklich? Und wie finde ich meinen Platz in einer Arbeitswelt, die sich durch KI, einen unsicheren Arbeitsmarkt sowie geopolitische Spannungen verändert und, in der Studienabgänger:innen vor weniger Stellenausschreibungen stehen?
Mit diesen Fragen beschäftigen sich derzeit viele Studierende des Studium Individuale an der Leuphana Universität Lüneburg. Darüber kam Jette Berend, Projektmanagerin bei food4future und selbst Alumna des Studiengangs, mit ihnen ins Gespräch.
Interdisziplinarität als Grundlage
Das Studium Individuale ermöglicht es Studierenden, ihre Schwerpunkte frei zu wählen und ein eigenes Profil zu entwickeln. Jette kombinierte Medienwissenschaften, Umweltwissenschaften und Wirtschaftspsychologie.
Inhaltlich beschäftigte sie sich mit Klimawandelkommunikation und mit grundlegenden Transformationsfragen:
- Wie können nachhaltige Verhaltensweisen gestärkt werden?
- Wie können nicht nur individuelle Gewohnheiten, sondern auch Systeme resilienter und anpassungsfähiger gegenüber dem Klimawandel werden?
- Und wie kann Wissenschaft so aufbereitet werden, dass sie unterschiedliche Zielgruppen erreicht – verständlich, relevant und auch emotional ansprechend?
Gerade die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse zielgruppengerecht vermittelt werden können, begleitet sie bis heute. Denn Forschung entfaltet ihre Wirkung erst dann, wenn sie verstanden, eingeordnet und in Handeln übersetzt wird.
Von der Studienorganisation zur Projektleitung
Die interdisziplinäre Arbeitsweise aus dem Studium prägt auch Jettes heutige Tätigkeit bei food4future. Sie arbeitet an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen und zwischen Wissenschaft und Verwaltung.
Was sie früher im Studium selbst organisiert hat, ist heute ein Forschungsprojekt: Strukturen schaffen, Prozesse koordinieren, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam Projektziele erreichen.
Forschung in die Lehre tragen
Mit dem Austausch an der Leuphana knüpft food4future Kontakte zu Universitäten und Studiengängen. Das food4future-Team möchte Forschungsperspektiven in die Lehre einbringen und Studierenden Einblicke in die eigene Arbeit geben. Gleichzeitig profitiert das Forschungsprojekt vom Dialog mit jungen Menschen, die mit frischen Fragen und kritischem Blick auf Wissenschaft und Gesellschaft schauen.
Wege entstehen im Gehen
In der Diskussion wurde deutlich, wie präsent Unsicherheiten sind: Wie komme ich an Praktika oder Nebenjobs? Welche Skills sollte ich unbedingt mitnehmen? Wie plane ich meine Zukunft in einem unsicheren Umfeld?
Jettes wichtigste Learnings:
- Chancen ergreifen, wenn sie sich bieten. Auch wenn ein Job nicht als langfristige Karriereoption erscheint, kann er Türen öffnen und wertvolle Kontakte schaffen.
- Nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten. Selten läuft alles reibungslos und exakt nach Plan. Manchmal überschneiden sich Prüfungsphase und Jobstart – und trotzdem kann sich eine Gelegenheit lohnen.
- Sich fachlich Neues zutrauen. Man kann nicht alles von Anfang an wissen. Die Universität vermittelt vor allem die Fähigkeit, sich in komplexe Fragestellungen einzuarbeiten. Fachliche Lücken lassen sich schließen – wichtiger sind Neugier, Struktur und Lernbereitschaft.
Für viele Studierende war es ermutigend zu hören, dass berufliche Wege nicht immer linear verlaufen müssen. Transformation – im eigenen Lebenslauf wie auch in gesellschaftlichen Prozessen – ist selten gradlinig. Sie entsteht durch Offenheit, interdisziplinäres Denken und den Mut, Möglichkeiten zu nutzen.