Potsdamer Tag der Wissenschaften 2026

food4future zeigt Forschung zum Anfassen

18.05.2026
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Wie gut kann der Körper Nährstoffe aus Algen aufnehmen? Dr. Daniela Weber gab am DIfE-Stand Einblicke in aktuelle Forschung zur Nährstoffverfügbarkeit. (© C. Schrandt, DIfE)

Am 9. Mai 2026 wurde der Campus Golm der Universität Potsdam zum Treffpunkt für Neugierige, Wissensdurstige und Zukunftsdenker:innen. Beim 13. Potsdamer Tag der Wissenschaften lud proWissen Potsdam e.V. gemeinsam mit zahlreichen Hochschulen, Schulen und Forschungseinrichtungen dazu ein, Wissenschaft außerhalb von Laboren, Hörsälen und Institutsmauern zu erleben.

Unter dem Motto „Forschen. Entdecken. Mitmachen.“ präsentierten mehr als 40 Einrichtungen aus Brandenburg ein vielfältiges Programm mit Experimenten, Vorträgen, Mitmachaktionen und Ausstellungen. Auch food4future war mit mehreren Beiträgen vertreten und zeigte, wie Forschung an nachhaltigen Ernährungssystemen, neuen Ressourcen und innovativen Materialien konkret aussehen kann.

 

Algen als Zukunftsressource: Mehr als nur Sushi

Ein Schwerpunkt des food4future-Beitrags lag in diesem Jahr auf dem Thema Algen und Ernährung. Algen sind längst nicht mehr nur aus der asiatischen Küche bekannt. Sie gelten zunehmend als vielversprechende Ressource für die Ernährung der Zukunft: reich an Proteinen, Ballaststoffen und Antioxidantien, vielseitig einsetzbar und mit großem Potenzial für nachhaltige Produktionssysteme.

Im Vortrag „Algen und Ernährung: mehr als nur Sushi“ gaben die Better World Award-Gewinnerin 2026 Valeriya Denisova und ihre Betreuerin Dr. Anna Fricke vom IGZ – Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau und Leiterin des f4f-Projekts „Nachhaltige Nahrungsquelle Makroalgen” spannende Einblicke in ihre Forschung zur urbanen Algenkultivierung in Brandenburg.

Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Algen auch fernab der Küsten angebaut und sinnvoll in unsere Ernährung integriert werden können. Die Besucher:innen erfuhren, warum Algen als nachhaltige Nahrungsquelle so interessant sind, welche Forschungsprojekte aktuell in Brandenburg entstehen und welche Chancen urbane Algenkultivierung für künftige Ernährungssysteme eröffnet.


Mikronährstoffe im Alter: Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz

Auch am Stand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) wurde das Thema Algen aufgegriffen. Im Mittelpunkt stand eine aktuelle Humanstudie, die untersucht, welche Inhaltsstoffe in Algen enthalten sind und wie gut diese vom menschlichen Körper aufgenommen und verwertet werden können.
Mit dabei war Dr. Daniela Weber, die als Leiterin des Projekts „Nährstoffverfügbarkeit“ die Studie vorstellte und Einblicke in die wissenschaftlichen Fragestellungen gab. Ein Poster veranschaulichte den Aufbau der Studie und zeigte, welche Rolle Algen als alternative Nährstoffquelle künftig spielen könnten.

Gleichzeitig konnten Besucher:innen direkt mit den Forschenden ins Gespräch kommen und mehr darüber erfahren, warum Mikronährstoffe insbesondere im Alter eine wichtige Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden spielen. Ein besonderer Publikumsmagnet waren die Algen-Snacks zum Verkosten und die Bestimmung des Carotinoid-Status mittels Veggie-Meter-Messung. So wurde Forschung nicht nur sichtbar und verständlich, sondern auch geschmacklich und individuell erfahrbar.
 

Mitmachen und begreifen: Materialforschung für Kinder und Erwachsene

Neben Ernährung und Algenforschung war food4future auch mit einem materialwissenschaftlichen Beitrag vertreten. Prof. Christian Dreyer von der Technischen Hochschule Wildau und Leiter des food4future-Projekts „Indoor-Kultivierung“ lud im Forschungscamp zum Mitmachexperiment „Werde Materialforscher:in: Faserverstärkte Kunststoffe selbst herstellen“ ein.

Das Angebot richtete sich auch an Kinder ab sechs Jahren. An der Experimentierstation konnten Besucher:innen selbst ausprobieren, wie Kunststoffe durch Naturfasern verstärkt werden. Dafür wurde Kunststoff-Granulat erhitzt und mit verschiedenen Fasern gemischt. So entstand ein faserverstärktes Material, das selbst gestaltet und mitgenommen werden konnte.

Das Experiment zeigte anschaulich, wie aus zwei unterschiedlichen Stoffen gemeinsam ein stärkeres Material entstehen kann und welche Rolle Naturfasern in modernen Verbundwerkstoffen spielen. Gerade für junge Besucher:innen bot der Stand einen niedrigschwelligen Zugang zur Materialforschung und machte deutlich, wie eng Nachhaltigkeit, Technik und Gestaltung miteinander verbunden sind.


Wissenschaft erleben, Fragen stellen, Zukunft mitdenken

Der Potsdamer Tag der Wissenschaften zeigte auch 2026, wie vielfältig Forschung in Brandenburg ist. Von Robotik und künstlicher Intelligenz über Astronomie, Sprachforschung, Klima, Umwelt und Gesundheit bis hin zu Ernährung und nachhaltigen Materialien reichte das Programm.

Für food4future bot die Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit, zentrale Forschungsthemen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen: Wie können wir uns in Zukunft nachhaltig ernähren? Welche Rolle spielen Algen als neue Ressource? Wie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse in alltagsnahe Anwendungen übersetzen? Und wie können Forschung, Bildung und Gesellschaft gemeinsam an Lösungen für kommende Herausforderungen arbeiten?

Der direkte Austausch mit Besucher:innen, die vielen Fragen und die positive Resonanz haben gezeigt: Das Interesse an zukunftsfähigen Ernährungssystemen ist groß. Der Potsdamer Tag der Wissenschaften bot dafür den passenden Rahmen – offen, interaktiv und nah an den Menschen.

food4future bedankt sich bei allen Besucher:innen für das Interesse, die Gespräche und die Neugier auf Forschung für die Ernährung der Zukunft.