Young Algaeneers Symposium in Wageningen

Austausch der Nachwuchsforschenden

16.06.2026
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V.l.n.r.: Svenja von Werner, Yannick Schwert und Valeriya Denisova beim Young Algaeneers Symposium 2026 in Wageningen ( © S. von Werner, IGZ)

Vom 26. bis 29. Mai 2026 fand in Wageningen (Niederlande) das Young Algaeneers Symposium (YAS) statt – und Forschende des IGZ aus dem food4future-Verbund waren mit dabei. Yannick Schwert, Doktorand (IGZ), Svenja, studentische Beschäftigte (IGZ), und Valeriya Denisova, Doktorandin (IGZ) reisten in die Niederlande, um sich mit der jungen europäischen Algen-Community auszutauschen, eigene Ansätze aus dem food4future-Projekt vorzustellen und neue Eindrücke mit zurück nach Brandenburg zu nehmen.

 

Ein Symposium von und für den Nachwuchs

Das YAS hebt sich von klassischen Fachkonferenzen ab: Es richtet sich ausschließlich an Early-Career-Teilnehmende, die nicht länger als fünf Jahre im Algenbereich tätig sind, von Masterstudierenden über Promovierende und Post-Docs bis hin zu jungen Gründer:innen. Dieses Format hat unsere Kolleg:innen besonders überzeugt: Es bot die seltene Gelegenheit, sich einen guten Überblick zu verschaffen, woran andere gerade arbeiten und einzuordnen, wo man mit der eigenen Forschung steht.

Ein einzigartiger Ansatz: landbasiert und in Solewasser

Zwar gab es einige Projekte, die Mikroalgen in Abwasser kultivieren; der Ansatz von food4future und dem Spin-off-Projekt SolKubiM blieb jedoch einzigartig: die landbasierte, urbane Kultivierung von Algen in regionalem Solewasser, beispielsweise aus der Therme Bad Saarow. Damit lassen sich saline Nahrungsorganismen wie Makroalgen nachhaltig auch fernab der Küste produzieren – ohne Meerwasser und ohne wertvolle Ackerflächen. Genau dieser Sonderweg sorgte beim YAS für interessierte Nachfragen und gute Gespräche.

Interaktiv statt frontal

Was unsere Kolleg:innen ebenfalls begeisterte, waren die interaktiven Formate. In der „Case Study Working Group" entwickelten die Teilnehmenden in kleinen Teams ein eigenes Projekt – eine kreative Übung, die nicht nur das Fachwissen, sondern auch die Vernetzung untereinander förderte. Ergänzt wurde das Programm durch Expert:innen-Vorträge, Roundtable-Diskussionen, Pitches und den persönlichen Austausch mit etablierten Akteur:innen aus Wissenschaft und Algenindustrie.

Dass das YAS für sein 10-jähriges Jubiläum nach Wageningen zurückkehrte, wo 2012 die erste Ausgabe stattfand, passte gut: Die Stadt gilt als eines der führenden Zentren der Algenforschung in Europa und bietet mit der Wageningen University & Research (WUR) sowie zahlreichen Instituten und Unternehmen ein ideales Umfeld zum Lernen, Vernetzen und Wachsen.

Drei Forschende, drei Schwerpunkte

Doch woran arbeiten die drei IGZ-Kolleg:innen eigentlich konkret? Sie sind Teil des Teams der landbasierten Makroalgenkultivierung im food4future-Verbund, das von Anna Fricke koordiniert wird. Gemeinsam brachten sie unterschiedliche fachliche Perspektiven aus dem Projekt mit nach Wageningen. Ein kurzer Blick auf ihre Themen zeigt, wie vielfältig die Algenforschung im food4future-Verbund ist.

Svenja von Werner studiert im Masterstudiengang Food Chain Environments, der inhaltlich in Richtung Lebensmitteltechnologie geht. Ihre Schwerpunkte liegen in der Kultivierung von Palmaria palmata sowie in der gezielten Anreicherung wertvoller Inhaltsstoffe. Auf dem YAS präsentierte sie ein Poster mit dem Titel „Short-term adaption of phycoerythrin content in Palmaria palmata: effects of light intensity and nitrogen availability" – und ging damit der Frage nach, wie sich der Gehalt des Pigments Phycoerythrin kurzfristig über Lichtintensität und Stickstoffverfügbarkeit beeinflussen lässt.

Valeriya Denisova widmet sich in ihrer Promotion der Optimierung der Kultivierungsbedingungen für Ulva compressa in Solewasser, um eine möglichst hohe Qualität der Biomasse zu erreichen. Im ersten Jahr ihrer Promotion stand das Mikrobiom der Alge im Mittelpunkt. Die Ergebnisse ihrer ersten gemeinsamen Studie, die in Kooperation mit der Universität Jena (Dr. Thomas Wichard) entstand, stellte sie auf dem YAS in einem Vortrag im Rahmen der Young Algaeneers Talks vor. Der Titel lautete: „Microbiome dynamics and physiological acclimatization of Ulva compressa during transition to brine-based cultivation".

Yannick Schwert, Doktorand am IGZ, untersucht den Einfluss verschiedener Kultivierungsparameter auf die Profile bioaktiver Algeninhaltsstoffe in Palmaria palmata. Ein Fokus liegt hierbei auf der Bestimmung und Optimierung der omega-3-reichen Fettsäureprofile von Makroalgen. Die im Rahmen dieser Arbeit gesammelten Erkenntnisse zur Wahl der Makroalgen-Matrix  geeigneten Methode wurden auf dem YAS unter dem Poster-Titel „Comparison of GC-MS-based one-step fatty acid profile methods for macroalgae matrices“ vorgestellt.

Die Teilnahme wurde durch ein Stipendium der Deutsche Gesellschaft für Qualitätsforschung e.V. (DGQ) kofinanziert. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

 

Weiterführende Informationen: