food4future beim FONA-Forum 2026
Forschung mit Impact für Ernährungssysteme von morgen
26.06.2026
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des FONA-Forums 2026, das am 24. und 25. Juni 2026 unter dem Motto „Wissen.Wohlstand.Wandel – Forschung mit Impact“ im Futurium Berlin sowie online stattfand. Das Forum brachte Akteur:innen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über Forschung für Nachhaltigkeit, neue Innovationsdynamiken und konkrete Wege in eine resiliente Zukunft zu diskutieren.
Anlass der Veranstaltung war der Startschuss für die Umsetzung der neuen FONA-Strategie. Diese versteht Forschung für Nachhaltigkeit stärker als integrierte Forschungs- und Innovationsstrategie bis 2030. Im Zentrum steht dabei nicht mehr allein klassische Nachhaltigkeitsforschung, sondern die Verbindung von Nachhaltigkeit mit Wettbewerbsfähigkeit, technologischer Souveränität, Wertschöpfung und schneller Anwendung. Damit knüpft die neue FONA-Strategie auch an die Hightech Agenda Deutschland an und rückt die Frage in den Fokus, wie Forschung konkrete Beiträge zu resilienten Innovationsökosystemen, neuen Märkten und gesellschaftlichen Transformationsprozessen leisten kann.
Auch die Agrarsysteme der Zukunft (AdZ) waren beim FONA-Forum 2026 vertreten. Als Teil der BMFTR-Fördermaßnahme arbeiten die AdZ-Konsortien an innovativen Ansätzen für nachhaltige, resiliente und zukunftsfähige Agrar- und Ernährungssysteme. Neben food4future präsentierten auch CUBES Circle und DAKIS Einblicke in ihre Forschung. Gemeinsam machten die Konsortien sichtbar, wie Nachhaltigkeitsforschung, technologische Innovation, Bioökonomie, und gesellschaftlicher Dialog in der Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen zusammenwirken können.
FONA-Strategie: Von Wissen über Wirkung zu Transformation
Die neue FONA-Strategie strukturiert Forschung für Nachhaltigkeit entlang mehrerer Module. Die drei Hauptmodule FONA-Insight, FONA-Impact und FONA-Ignite beschreiben unterschiedliche Reifegrade im Forschungs- und Innovationsprozess: von der Generierung wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Entwicklung, Erprobung und den Transfer innovativer Lösungen bis hin zur Suche nach potenziellen Nachhaltigkeits-Gamechangern. Ergänzt werden sie durch die Querschnittsmodule FONA-Talent und FONA-International, die Nachwuchsförderung sowie europäische und globale Zusammenarbeit stärken.
Diese Struktur passt zu den Agrarsystemen der Zukunft und zu food4future, denn nachhaltige Ernährungssysteme entstehen nicht allein durch einzelne technologische Lösungen. Sie benötigen ein Zusammenspiel aus biologischem Wissen, technischer Entwicklung, ressourcenschonender Produktion, gesellschaftlicher Akzeptanz und wirksamer Vermittlung. An dieser Schnittstelle setzt food4future an.
Auch die Forschungs- und Technologiefelder der neuen FONA-Strategie spiegeln sich in food4future wider. Besonders relevant sind dabei zirkuläre Wertschöpfung, Innovationen für Lebensqualität in Stadt und Land sowie Lebensräume und Ressourcen. Agrar- und Ernährungssysteme verbinden diese Felder unmittelbar: Sie betreffen natürliche Ressourcen, Biodiversität, Kreisläufe, regionale Wertschöpfung, Ernährungssicherheit und neue Technologien gleichermaßen. Gleichzeitig liefert Food4future als auch die weiteren AdZ-Konsortien vielfältige Beiträge zu der Schlüsseltechnologie “Biotechnologie” der Hightech Agenda Deutschland.
food4future: Zukunftsnahrung interaktiv erleben
Das Konsortium food4future präsentierte beim FONA-Forum das Mixed-Reality-Exponat „Food Visions“. Dafür wurde der Algenreaktor von food4future digital erweitert. Zusätzliche Informationsebenen machten sichtbar, wie innovative Anbausysteme funktionieren und welche Rolle Technik, Kreisläufe und Design für nachhaltige Ernährungssysteme spielen können.
Das Exponat lud Besucher:innen dazu ein, Zukunftsnahrung nicht nur als Forschungsthema zu betrachten, sondern interaktiv zu erleben. Mixed Reality eröffnete neue Zugänge zu komplexen Zusammenhängen zwischen Biologie, Technologie, Ressourcennutzung und Ernährung. So wurde sichtbar, wie digitale Vermittlungsformate Forschung anschaulich, zugänglich und erfahrbar machen können.
Damit knüpfte Food Visions unmittelbar an den Anspruch des FONA-Forums an: Forschung mit Wirkung entsteht dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse in Anwendung, Dialog und gesellschaftliche Reflexion übersetzt werden. Das Exponat zeigte nicht nur, woran food4future forscht, sondern auch, wie Zukunftsszenarien für Ernährungssysteme erfahrbar gemacht und mit unterschiedlichen Zielgruppen diskutiert werden können.
Bioökonomie und Ernährungssysteme innerhalb planetarer Grenzen
food4future entwickelt Ansätze für eine gesunde und nachhaltige Ernährung unter Bedingungen wie Klimawandel, Wasserknappheit, Ressourcenknappheit und zunehmender Flächenkonkurrenz. Im Fokus stehen alternative Nahrungsquellen und innovative Produktionssysteme, darunter unter anderem Algen, salztolerante Pflanzen und weitere alternative Biomassequellen.
Damit ist food4future eng mit zentralen Fragen der Bioökonomie verbunden: Wie lassen sich biologische Ressourcen nachhaltig nutzen? Wie können neue biobasierte Wertschöpfungsketten entstehen? Wie können Produktionssysteme so gestaltet werden, dass sie Ressourcen schonen, Kreisläufe stärken und Ernährungssicherheit unterstützen? Und wie lassen sich neue Nahrungsquellen so entwickeln und vermitteln, dass sie gesellschaftlich anschlussfähig werden?
Gerade diese Verbindung aus biologischer Forschung, technologischer Entwicklung und gesellschaftlicher Vermittlung macht food4future zu einem wichtigen Beitrag innerhalb der Agrarsysteme der Zukunft. Das Konsortium zeigt, wie Bioökonomie nicht abstrakt bleibt, sondern konkret erfahrbar werden kann: durch Kultivierungssysteme, Prototypen, Reallaborformate und Exponate, die Forschung in den Dialog mit Öffentlichkeit, Praxis und Politik bringen.
Forschung zwischen FONA-Insight und FONA-Impact
food4future setzt insbesondere bei FONA-Impact. Unser Anliegen ist es, Forschungsergebnisse nicht nur als wissenschaftlichen Output – etwa in Form von Publikationen – sichtbar zu machen, sondern konkrete Wirkung zu erzielen. Im Mittelpunkt steht dabei, Prozess- und Produktinnovationen so weiterzuentwickeln, dass sie schneller in die Anwendung gelangen und perspektivisch ihren Weg in den Markt finden.
Das Mixed-Reality-Exponat „Food Visions“ machte genau diesen Transfer sichtbar. Der digital erweiterte Algenreaktor zeigte, wie Forschungsergebnisse nicht nur in Fachkontexten diskutiert, sondern in anschauliche Formate überführt werden können. Besucher:innen konnten erkunden, welche biologischen und technischen Prozesse hinter alternativen Kultivierungssystemen stehen und welche Potenziale solche Systeme für Ernährung der Zukunft eröffnen.
Digitale Vermittlung als Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft
Ein besonderer Fokus von Food Visions lag auf der Frage, wie digitale Technologien die Wissenschaftskommunikation und den Transfer von Nachhaltigkeitsforschung unterstützen können. Mixed Reality ermöglicht es, zusätzliche Informationsebenen sichtbar zu machen, ohne das reale Exponat zu ersetzen. Besucher:innen konnten den Algenreaktor als physisches Objekt betrachten und zugleich digitale Inhalte nutzen, um Prozesse, Kreisläufe und Zusammenhänge besser nachzuvollziehen.
Gerade bei komplexen Themen wie nachhaltiger Ernährung und alternativen Nahrungsquellen können solche Formate neue Zugänge schaffen. Sie machen Forschung nicht nur sichtbarer, sondern eröffnen auch Gesprächsanlässe: über Akzeptanz, Alltagstauglichkeit, Ressourcennutzung, technologische Entwicklung und mögliche Zukunftsszenarien.
food4future als Teil der Agrarsysteme der Zukunft
Als Teil der Agrarsysteme der Zukunft trägt food4future dazu bei, Forschung für nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme sichtbar, anschlussfähig und wirksam zu machen. Das Konsortium verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit anwendungsnaher Technologieentwicklung, digitalen Werkzeugen, Demonstratoren und Dialogformaten.
Damit greift food4future zentrale Anliegen der neuen FONA-Strategie auf: Wissen soll schneller in Anwendung gebracht, nachhaltige Innovationen gefördert und neue Formen ressourcenschonender Wertschöpfung ermöglicht werden. Im Kontext der Hightech Agenda Deutschland zeigt food4future zugleich, wie Nachhaltigkeitsforschung Beiträge zu technologischer Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und resilienten Innovationsökosystemen leisten kann.
Das FONA-Forum bot dafür einen passenden Rahmen, um die eigene Forschung im Kontext von FONA, Bioökonomie und Agrarsystemen der Zukunft zu präsentieren und mit Akteur:innen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen.
Wir freuen uns, als Teil der Agrarsysteme der Zukunft gemeinsam daran zu arbeiten, Forschung für nachhaltige Ernährungssysteme erfahrbar und wirksam zu machen.
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