A Better Bite bei der IMI×Showtime 2026
Ernährung der Zukunft mit Ki-Agent erleben
11.08.2026
Die IMI×Showtime bildet zum Ende des Semesters den Rahmen für die Präsentation der Praxisprojekte aus den Bachelor- und Masterstudiengängen Internationale Medieninformatik der HTW Berlin. In diesem Sommersemester wurden insgesamt zehn Projekte vorgestellt – von Anwendungen zur Pflanzengesundheit und digitalen Fitnessangeboten über Virtual-Reality-Training bis hin zu Games und KI-basierten Anwendungen. Die Präsentationen fanden im Gebäude H auf dem Campus Wilhelminenhof statt, direkt am Arm der Spree. Auf kurze Projektvorstellungen folgte eine offene Projektmesse, bei der Besucher:innen die entwickelten Anwendungen selbst ausprobieren und mit den Studierenden ins Gespräch kommen konnten.
Kochen mit einem virtuellen KI-Assistenten
Bei A Better Bite betreten Nutzer:innen eine virtuelle Küche und treffen dort auf einen intelligenten Assistenten, der sie beim Kochen begleitet. Anders als bei klassischen Lernanwendungen werden Informationen über nachhaltige Ernährung nicht ausschließlich als Texte oder vorgefertigte Erklärungen vermittelt. Stattdessen können die Nutzer:innen Zutaten auswählen, Arbeitsschritte durchführen, Fragen stellen oder Aufgaben an den virtuellen Koch delegieren.
Im Mittelpunkt stehen dabei neuartige und ressourcenschonende Lebensmittel, wie sie auch im Forschungsverbund food4future untersucht werden. Dazu gehören beispielsweise Algen, Insekten und Kulturen aus kontrollierten Anbausystemen. Im Spiel werden solche Zutaten in einen konkreten kulinarischen Kontext eingebettet und können dadurch auf eine andere Weise kennengelernt werden: nicht abstrakt, sondern beim virtuellen gemeinsamen Kochen.
Forschung trifft Agentic AI
Das Projekt entstand im Masterkurs „Agentic AI in virtual worlds“. Neben der Entwicklung einer interaktiven Anwendung untersuchte das Team, wie sogenannte agentische KI-Systeme innerhalb einer virtuellen 3D-Welt agieren können. Der KI-Assistent von A Better Bite ist deshalb nicht lediglich ein Chatbot neben dem Spielgeschehen, sondern als Figur in die virtuelle Umgebung eingebunden. Er kennt den Kontext der Küche, kann auf Fragen reagieren und Nutzer:innen bei Aufgaben unterstützen.
Damit die Antworten zugleich an wissenschaftliche Inhalte angebunden bleiben, greift das System auf eine Retrieval-Augmented-Generation-Pipeline (RAG) zurück. Dafür wurden unter anderem Materialien aus food4future in eine Wissensbasis integriert. Das Sprachmodell kann relevante Informationen daraus abrufen und in die Unterhaltung einbeziehen. So verbindet der Prototyp generative KI mit einem kuratierten wissenschaftlichen Informationsbestand.
Auch technisch vereint das Projekt unterschiedliche Disziplinen: Die virtuelle Umgebung wurde in Unity umgesetzt, während KI-Komponenten und Backend über eine eigene Architektur miteinander verbunden wurden. Sprach-zu-Text- und Text-zu-Sprach-Technologien ermöglichen zudem eine weitgehend natürliche Unterhaltung mit dem virtuellen Koch.
Vom Forschungswissen zum interaktiven Erlebnis
Für food4future ist A Better Bite zugleich ein Experiment in der Wissenschaftskommunikation. Eine zentrale Herausforderung bei neuartigen Lebensmitteln besteht darin, dass wissenschaftliche Erkenntnisse allein noch nicht automatisch Interesse oder Akzeptanz erzeugen. Gerade Zutaten wie Algen oder Insekten können zunächst ungewohnt erscheinen.
A Better Bite setzt deshalb auf aktives Ausprobieren. Indem Nutzer:innen in einer spielerischen Umgebung selbst handeln, Fragen stellen und gemeinsam mit der KI Gerichte zubereiten, werden Informationen mit einer konkreten Erfahrung verbunden. Der Prototyp zeigt damit exemplarisch, wie sich Forschungsergebnisse in interaktive Formate übersetzen lassen und welche Möglichkeiten virtuelle Welten für die Vermittlung von Zukunftsthemen bieten können.
Entwickelt wurde A Better Bite von Zaynab, Ekaterina, Konstantin, Nele und Elisabeth. Betreut wurde das Masterprojekt von Jonas Ehrhardt und Marino Gabel.
Mit dem Projekt wird zugleich die Zusammenarbeit zwischen food4future und der HTW Berlin fortgeführt. Sie zeigt, wie wissenschaftliche Fragestellungen gemeinsam mit Studierenden in neue digitale Vermittlungsformate übersetzt werden können – und wie aus Forschung zu Lebensmitteln der Zukunft ein Erlebnis entsteht, bei dem Nutzer:innen selbst ausprobieren, fragen und entdecken können.
Weiterführende Informationen:
Projektseite: Agentic AI in virtual worlds (2026)