food4future in Köln: Zukunftsernährung erleben und erforschen

Mit Virtual Reality auf dem BNE-Festival und digitalen Lernwelten im EATNOVA-Schulworkshop

22.10.2026
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Begeisterte Kinder auf dem Kreativmarkt des BNE Festivals ( © LizzyNet)

Wie können wir die Ernährung der Zukunft erlebbar machen? Und welchen Beitrag können digitale Technologien leisten, um Wissen über nachhaltige Ernährungssysteme zu vermitteln und die Akzeptanz neuartiger Lebensmittel zu fördern? Mit diesen Fragen im Gepäck war food4future Ende September gleich bei zwei Veranstaltungen in Köln vertreten: dem BNE-Festival NRW 2026 und einem Schulworkshop im Rahmen des Forschungsprojekts EATNOVA.

 

Am 22. und 23. September 2026 fand im Bürgerhaus Stollwerck in Köln das BNE-Festival NRW unter dem Motto „Klima. Bildung. Gestalten.“ statt. Die Veranstaltung brachte zahlreiche Akteur:innen aus Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um sich über innovative Ansätze der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auszutauschen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.

Neben spannenden Vorträgen, inspirierenden Keynotes und vielfältigen Möglichkeiten zum Austausch bot das Festival vor allem eines: Raum, um neue Bildungsansätze selbst auszuprobieren. Genau hier setzte auch food4future an. Gemeinsam mit Lizzynet und der Initiative „Zukunft auf dem Teller“ waren wir auf dem Kreativmarkt vertreten und luden Besucher dazu ein, die Ernährung der Zukunft aus einer ganz neuen Perspektive kennenzulernen.

Mit Virtual Reality in die Ernährungswelten der Zukunft eintauchen

An unserem Stand konnten Interessierte die Virtual-Reality-Anwendung Future Food ausprobieren. Ausgestattet mit einer VR-Brille begaben sie sich auf eine immersive Entdeckungsreise durch mögliche Ernährungswelten der Zukunft. Im Mittelpunkt standen dabei die Modellorganismen aus der food4future-Forschung: Algen, Grillen, Quallen und Halophyten (Salzpflanzen). In unterschiedlichen virtuellen Umgebungen konnten die Besucher:innen erfahren, welche Potenziale diese Organismen für eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Lebensmittelproduktion bieten und wie innovative Kultivierungssysteme aussehen könnten.

Eine Besonderheit der Anwendung ist ihre Anpassungsfähigkeit: Je nach Alter, Wissensstand und Vorerfahrung können unterschiedliche Versionen und Schwierigkeitsgrade ausgewählt werden. So ermöglicht Future Food sowohl jüngeren Besucher:innen als auch Erwachsenen einen niedrigschwelligen Zugang zu komplexen wissenschaftlichen Fragestellungen.

Mehr als 200 Besucher:innen aller Altersgruppen nutzten die Gelegenheit, unsere VR-Anwendung kennenzulernen, Fragen zu stellen und mit uns über mögliche Ernährungssysteme der Zukunft ins Gespräch zu kommen. Die große Resonanz zeigte einmal mehr, welches Potenzial immersive Technologien für die Wissenschaftskommunikation bieten. Gerade dort, wo neuartige Lebensmittel zunächst ungewohnt erscheinen, können spielerische und interaktive Formate Neugierde wecken, Berührungsängste reduzieren und neue Perspektiven eröffnen.

Von der Wissenschaftskommunikation zur Forschung: EATNOVA-Schulworkshop in Köln

Doch mit dem BNE-Festival war unser Aufenthalt in Köln noch nicht beendet. Im Rahmen des Forschungsprojekts EATNOVA führten wir einen weiteren Workshop mit rund 50 Schüler:innen eines Kölner Gymnasiums durch. Während auf dem BNE-Festival vor allem der Austausch mit der Öffentlichkeit im Mittelpunkt stand, ging es beim Schulworkshop darum, die Wirkung unserer digitalen Lernanwendungen systematisch zu untersuchen.

Wie nehmen Jugendliche neue Lebensmittel und innovative Kultivierungssysteme wahr? Welche Rolle spielen interaktive und immersive Technologien bei der Wissensvermittlung? Und wie können digitale Lernangebote gestaltet werden, um junge Menschen für die Herausforderungen zukünftiger Ernährungssysteme zu sensibilisieren?

Diesen Fragen widmet sich EATNOVA im Rahmen der begleitenden Forschung. Zum Einstieg stellten Jette Berend und Leonhard Meitner das Forschungsprojekt food4future vor und gaben einen Einblick in die Herausforderungen globaler Ernährungssysteme sowie mögliche Lösungsansätze. Im Anschluss konnten die Schüler:innen selbst aktiv werden und drei digitale Anwendungen aus dem food4future-Kontext erproben.

Drei digitale Anwendungen: drei Perspektiven auf die Ernährung der Zukunft

EcoSpire: Algenkultivierung spielerisch verstehen

Mit der Augmented-Reality-Anwendung EcoSpire konnten die Schüler:innen in die Welt der Makroalgenkultivierung eintauchen. In verschiedenen Entwicklungsphasen steuerten sie wichtige Umweltparameter wie Licht, Temperatur und Nährstoffzufuhr und beobachteten, wie sich ihre Entscheidungen auf das Wachstum der Algen auswirkten. Die Anwendung vermittelt auf spielerische Weise grundlegende Zusammenhänge zwischen biologischen Wachstumsprozessen, technischen Kultivierungssystemen und nachhaltiger Lebensmittelproduktion.

Future Food: Ernährung der Zukunft in Virtual Reality erleben

In der VR-Anwendung Future Food erkundeten die Schüler:innen virtuelle Ernährungswelten und lernten alternative Nahrungsquellen wie Algen, Quallen und Grillen kennen. Durch die immersive Darstellung wurden mögliche Zukunftsszenarien unmittelbar erfahrbar. Dabei konnten die Teilnehmenden nicht nur neue Lebensmittel entdecken, sondern auch Einblicke in innovative Produktionsmethoden und die Bedeutung verschiedener Nährstoffe gewinnen.

Food Visions XR:  Zukunftsszenarien durch Mixed Reality entdecken

Die dritte Station bildete das Mixed-Reality-Exponat Food Visions XR. Im Mittelpunkt stand ein physischer Algenreaktor, der durch digitale Inhalte und virtuelle Zukunftsszenarien erweitert wurde. Die Anwendung verbindet reale und virtuelle Elemente und macht sichtbar, wie alternative Nahrungsquellen, innovative Kultivierungstechnologien und urbane Ernährungssysteme künftig zusammenspielen könnten.

Digitale Lernwelten als Forschungsgegenstand

Die praktische Erprobung der Anwendungen wurde durch eine begleitende Datenerhebung ergänzt. Die Rückmeldungen und Erfahrungen der rund 50 teilnehmenden Schülerinnen liefern wertvolle Daten für die weitere Evaluation der digitalen Lernangebote im Rahmen von EATNOVA. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, inwiefern unterschiedliche digitale Vermittlungsformate das Wissen, die Wahrnehmung und die Akzeptanz neuartiger Lebensmittel beeinflussen können.

Zwei Veranstaltungen, ein gemeinsames Ziel

Die beiden Veranstaltungen in Köln verdeutlichten, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien in der Wissenschaftskommunikation und Bildungsforschung sind.
Während das BNE-Festival einen offenen Raum für Begegnungen, Austausch und erste Erfahrungen mit neuartigen Lebensmitteln bot, ermöglichte der EATNOVA-Workshop eine vertiefte Auseinandersetzung mit den digitalen Anwendungen und ihrer Wirkung auf junge Menschen. Beide Formate verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel: wissenschaftliche Erkenntnisse zugänglich machen, neue Perspektiven auf unsere Ernährung eröffnen und Menschen dazu einladen, die Ernährungssysteme der Zukunft aktiv mitzudenken.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten, den Organisator:innen des BNE-Festivals, LizzyNet sowie den Schülerinnen und der Lehrkraft für die Offenheit, Neugier und den inspirierenden Austausch!

Weiterführende Informationen: